Dazugehören um jeden Preis

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Viele Menschen wollen dazugehören.

Warum ist es uns so wichtig, dazuzugehören?

Ein Hauptbedürfnis der Menschen ist es, nicht isoliert zu sein. Wir wollen nicht völlig alleine sein, denn wir sind Sippenwesen und deshalb instinktiv darauf ausgerichtet, zur Gruppe dazuzugehören. In der Gruppe fühlen wir uns sicher, geschützt und anerkannt. Anthropologen wissen, dass Menschen darauf angewiesen sind und waren, in der Gemeinschaft zu leben. In früheren Zeiten (bis hin zur Steinzeit) war es überlebenswichtig, in einer Gemeinschaft zu leben. Alleinsein bedeutete Risiko und sogar Tod.

Daher rührt auch heute noch unsere unbegründete Angst vor dem Alleinsein, die letztlich eine stammesgeschichtlich bedingte Angst vor dem Tode ist.

Der Wunsch, zu den anderen zu gehören, ist also evolutionsbiologisch in uns verankert. Unser Bedürfnis nach Zugehörigkeit geht so weit, dass wir uns bei der Ausrichtung von Werten, Verhaltensweisen und wie wir uns nach Außen zeigen streng an den Menschen orientieren, zu denen wir dazu gehören wollen (Familie, beste Freunde, Gemeinschaften aller Art). Selbst „schlechte“ Gewohnheiten werden übernommen, um ja nicht ausgegrenzt zu werden.

Wir wollen dazugehören

Wir haben ein sehr ausgeprägtes Anschlussmotiv, denn in uns wirkt die steinzeitliche Devise: Wenn Du anders bist, bist Du tot. So kommt es, dass wir „Ja“ zu etwas sagen, was wir eigentlich nicht machen wollen, uns z. B. als Familie an Weihnachten dem Gruppenkonsenz beugen und „im großen Kreis“ feiern, obwohl jeder Einzelne viel lieber „im kleinen Kreis“, vielleicht nur mit dem Partner, feiern würde. Wir haben unser Leben nicht mehr selber in der Hand. Loyalität und Solidarität mit der Familie oder Freunden und der Gruppe erzeugt ein hohes Maß an fremdbestimmtem Handeln.

Wenn unsere Familie leidet, dann dürfen wir nicht glücklich sein. Wenn all unsere Freunde nur wenig Geld haben, dann erlauben wir uns auch keinen Reichtum. Wenn alle Freundinnen Singles sind, dann will man auch keinen Freund. Alles aus der Angst heraus, ausgeschlossen zu werden. Weil wir um jeden Preis dazu gehören wollen, verwehren wir uns ein glückliches und erfolgreiches Leben.

Erst wenn Du Dir bewusst machst, dass diese Angst heutzutage unbegründet ist und Du nicht stirbst, wenn Du zu einigen Menschen nicht mehr dazu gehörst, dann hört das fremdgesteuerte Leben auf. Erst dann kannst Du wieder selbst entscheiden, wie Du sein und leben willst. Es gibt genug Menschen auf dieser Erde. Du wirst Menschen finden, die Deine Werte und Verhaltensweisen teilen und gerne Deine Bedingungen erfüllen, weil es auch ihre sind.

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