Der lukrative Opferstandpunkt und seine Konsequenzen

Veröffentlicht am
Der Opferstandpunkt ist für viele Menschen wichtig um sich selbst darzustellen.

Den meisten Menschen ist es wichtig, gut dazustehen – wir wollen die Guten sein, die mit der weißen Weste. Wir wollen auf keinen Fall Täter sein, weshalb wir immer auf der Suche nach einem Schuldigen sind. Lieber sind wir das Opfer und stehen auf dem Opferstandpunkt. Sollten wir doch mal irgendwie Gefahr laufen, als Täter dazustehen, suchen wir nach Gründen, die uns wieder als Opfer bestätigen. Dann lag es an unserer Kindheit, am Chef, den Kollegen, dem Kunden, am anderen Geschlecht, am Wetter, an der Zeit, am Markt, an der Wirtschaft etc.. Es lag auf keinen Fall an uns.

Natürlich kann es sein, dass wir wirklich Opfer-Erfahrungen gemacht haben – jemand hat uns etwas angetan und/oder uns geschadet. Dann sind wir auch im juristischen Sinne das Opfer dieser Tat, keine Frage! Allerdings gibt es neben einer solchen Opfer-Erfahrung auch noch den Opferstandpunkt.

Viele stehen auf dem Opferstandpunkt, auch wenn sie keine Opfer-Erfahrung gemacht haben. Zum Beispiel verursacht jemand einen Autounfall und beim Aussteigen beschuldigt er den anderen – obwohl offensichtlich ist, dass er selbst der Unfallverursacher war. Oder man wird wegen zu schnellen Fahrens geblitzt, dann sind natürlich die Polizisten Schuld.

Wir schieben den anderen die Schuld für unsere Misere zu und müssen selbst keine Verantwortung für unser Handeln übernehmen.

Durch den Opferstandpunkt wirst Du selbst zum Täter

Allerdings werden wir auf dem Opferstandpunkt unausweichlich zu Tätern. Wir fühlen uns ungerecht behandelt oder verletzt und denken, das gäbe uns das Recht, zurück zu schlagen – als eine Art Ausgleich. Allein dadurch, dass wir einen anderen beschuldigen, werden wir zu Tätern. Wir wollen uns rächen und der andere soll sich genauso schlecht fühlen wie wir. Immer in der Hoffnung, dass es uns dann besser geht. Nur, funktioniert das? Geht es uns wirklich besser, wenn es dem anderen schlecht geht? Nein.

Täter und Opfer hängen zusammen – wir sind immer beides gleichzeitig, Opfer-Täter und Täter-Opfer. Jeder Täter hat eine Opferbegründung, mit der er seine Tat rechtfertigt. Wir drehen uns alles so hin, dass wir das Opfer sind – unser Verstand ist da sehr kreativ. Egal was wir erlebt oder nicht erlebt haben, es wird als Rechtfertigung des Opferstandpunktes herangezogen. So wird die glückliche Kindheit schuld daran, dass wir heute kein Künstler mehr werden können.

Das Fatale an der Geschichte ist, dass wir glauben, wir wären im Recht. Der andere ist schuldig und hat unser Verhalten verdient. Wir haben eine gute Begründung für unser Verhalten – aber das macht es nicht besser. Zurückschlagen löst es nicht auf, sondern macht es schlimmer: Mit dem Opferstandpunkt werden wir selbst zum Täter und produzieren Opfer, die dann uns gegenüber wieder zu Tätern werden. Ein ständiger Kreislauf des Ausgleichen-Wollens, bis einer von beiden merkt, dass beide verlieren und den Kreislauf durchbricht. Solange übersehen wir geflissentlich unseren Anteil an der gesamten Situation.

Menschen tun alles was sie tun immer in einer Absicht für einen Zweck. IMMER! Das gilt auch für den Opferstandpunkt: Wir erhoffen uns einen Gewinn davon, denn als Opfer bekommen wir Aufmerksamkeit, Zuwendung, Verständnis, Trost, gehen straffrei aus und haben eine geniale Ausrede, um uns künftig zu verweigern.

Wenn wir uns als Opfer definieren, geben wir das Lenkrad unseres Lebens aus der Hand. Wir können dadurch nicht einfach weiter machen wie bisher. Wir verharren am Fleck und versagen uns alles, was unseren Standpunkt logisch widerlegen könnte. Lieber verzichten wir auf ein glückliches Leben, als unser Opferdasein zu verabschieden. Wir verlieren unsere Lebensfreude und leiden – jeder soll erkennen, dass wir das Opfer sind.

Wenn Du nicht mehr auf dem Opferstandpunkt leben willst, finde Deinen Anteil an der Situation heraus. Statt dem anderen die Schuld zuzuweisen, finde heraus, was DU damit zu tun hast. Nur wenn Du weißt, wieso DIR das passiert, wo Deine Verantwortung (nicht SCHULD) liegt, kannst Du solche Ergebnisse in Zukunft verhindern. Wie das geht erfährst Du im Glücklich SEIN Seminar. Bist Du bereit zu dem zu stehen, was Du getan hast?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

drei + 12 =