Was ist Freundschaft?

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Was bedeutet eigentlich Freundschaft?

Freundschaft, was ist das eigentlich? Wann ist jemand ein Freund und wann ein Bekannter? Was ist der Unterschied und wer legt das eigentlich fest?

Letzte Woche war eine Freundin bei uns zu Besuch, die wir seit fast drei Jahren nicht mehr gesehen und gehört hatten. Unsere Freundschaft begann 1999. Wir arbeiteten beide für die gleiche Firma (sie fest angestellt, ich als freie Mitarbeiterin). 2014 zog ich in die Schweiz und Anfang 2016 habe ich mich beruflich verändert, so dass wir dann auch beruflich keinen Kontakt mehr hatten. Vor ein paar Wochen telefonierten wir und in diesem Telefonat lösten wir alles auf, das zur Distanz geführt hatte. Sowohl das Telefonat als auch unsere Begegnung letzte Woche verliefen so, als wären wir nie getrennt gewesen. Die Herzlichkeit und die Verbundenheit zwischen uns waren sofort wieder da und wir hatten zwei wunderschöne Tage miteinander. Auch sie hat sich mittlerweile beruflich verändert und lebt nun in Baden-Württemberg, was von Basel nicht so weit weg ist. Wir haben unsere Freundschaft vollständig wiederhergestellt und sind wieder miteinander in Kontakt. Vollständigkeit miteinander herzustellen ist leicht, wenn man das Urheber-Prinzip lebt.

Nach ihrem Besuch habe ich über Freundschaft nachgedacht und viele Menschen gefragt, was Freundschaft für sie bedeutet. Die Worte Freund und Freundschaft liegen sehr nah beieinander. Beide Begriffe sind Interpretationen, das heißt, dass jeder etwas anderes darunter verstehen kann. Was ist Freundschaft für Dich? Wann bezeichnest Du einen Menschen als Freund oder als Bekannten?

Laut Wikipedia bezeichnet Freundschaft „(…) ein auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander, welches sich durch Sympathie und Vertrauen auszeichnet.“ Einige denken jetzt vielleicht, dass das doch auch auf die Familie zutrifft. Ja, und bei Familie kommt eine Verwandtschaftsbeziehung hinzu, die bei Freundschaft nicht gegeben ist. Freund und Freundin sind Personen, die in einer freundschaftlichen und nicht verwandtschaftlichen Beziehung zueinander stehen.

Was sind die Voraussetzungen für Freundschaft?

Alle, die ich gefragt habe, gaben an, dass ein Freund jemand ist, den man mag, der einem sympathisch und wichtig ist und mit dem man gerne Zeit verbringt. Man hat diesen Menschen gerne um sich, hat ähnliche Interessen und häufig den gleichen Humor.

Schauen wir uns das mal genauer an:

Eine Voraussetzung für Freundschaft ist Sympathie oder auch Zuneigung. Wie entsteht Sympathie? Wieso sind uns einige Menschen auf Anhieb sympathisch und andere nicht? Das liegt an den Wertvorstellungen, die jeder hat. Ein Wert ist eine Eigenschaft oder Qualität, die wir als erstrebenswert oder moralisch gut und wertvoll erachten. Menschen mit gleichen oder ähnlichen Werten sind uns sympathisch. Wenn Dir zum Beispiel Freundlichkeit, Familie und Umweltbewusstsein wichtig sind, hast Du häufig Freunde, denen das auch wichtig ist. Menschen mit völlig entgegengesetzten Werten sind uns demzufolge zunächst unsympathisch und wir bleiben ihnen gegenüber distanziert.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass Du dich in der Nähe dieses Menschen wohl fühlst. Das wiederum hängt davon ab, ob Du das Verhalten der Person magst und ihr vertraust. Wir vertrauen den Menschen, auf die wir uns verlassen können und von denen wir annehmen, dass sie uns nie schaden würden. Darüber hinaus haben wir Bedingungen an das Verhalten des anderen, damit er in unserer Nähe sein darf. Wie soll er oder sie sich Dir gegenüber verhalten? Was ist Dir im Zusammensein mit anderen wichtig? Ist es Fröhlichkeit, Ehrlichkeit, Wertschätzung, Ernsthaftigkeit, Sauberkeit, Spiritualität, Besonnenheit, Ruhe…? Wenn der andere sich so verhält, wie Du es magst und wenn Du Dich so verhältst, wie er es mag, dann werdet ihr viel Zeit miteinander verbringen können. In einer Freundschaft erfüllt man sich gegenseitig die Bedingungen, das Geben und Nehmen zwischen Euch ist ausgeglichen.

Freundschaft ist auch ein Ergebnis und da Ergebnisse von Absichten nicht trennbar sind, ist eine zusätzliche Voraussetzung für Freundschaft die Absicht, in der man zusammen ist. Wozu will man Zeit miteinander verbringen? Was ist der Zweck Eurer Verbindung? Hat man keine gemeinsame Absicht mehr, wird der Kontakt seltener. Dann gilt es, eine neue Absicht für das Miteinander zu finden und den Kontakt zu pflegen. Freundschaft entwickelt sich über einen Zeitraum. Das bedeutet, dass man irgendwann eine gemeinsame Geschichte hat. Damit die Freundschaft bestehen bleibt, braucht es eine Absicht für die Freundschaft. Sonst ist sie irgendwann vorbei, was auch okay ist. Dann hat sich die gemeinsame Absicht erfüllt und man geht getrennte Wege.

Freundschaft ist auf Augenhöhe und von einem Freund nimmt man auch Kritik an. Unter Freunden kann man sich ganz so zeigen, wie man ist. Es gibt keine Geheimnisse voreinander und man rechnet nicht auf, was wer für wen gemacht hat. Alles ist gegenseitig und nichts ist erzwungen.

Freundschaft heißt, sich gegenseitig zum Geschenk zu werden.

Freundschaft ist letztlich das, worauf ihr Euch miteinander einigt. Du kannst viele Freunde haben und jede Freundschaft ist anders. Deshalb unterscheiden wir in enge, lockere, beste, alte oder neue Freunde. Jeder kann ein Freund werden, egal ob Nachbar, Kollege, Kunde, Mitarbeiter, Chef, Bekannter oder Fremder. Als Kind fällt es uns leicht, Freundschaften zu schließen und als Erwachsener brauchen wir manchmal etwas länger, weil wir viele Bedenken durch Erlebnisse in der Vergangenheit haben und unsere Vergangenheit unsere Gegenwart dadurch einschränkt.

Wenn Du Deine Bedenken loslassen willst, damit Du unbelastet neue Freundschaften schließen kannst, empfehle ich Dir das Seminar Glücklich SEIN. Näheres dazu findest Du hier.