Freiheit und erfüllte Partnerschaft schließen sich aus

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Freiheit und Unabhängigkeit gelten als erstrebenswert, nicht nur im Feminismus, sondern auch in Partnerschaft.

Freiheit und Unabhängigkeit gelten als erstrebenswert, nicht nur im Feminismus, sondern auch in Partnerschaft. Männer wollen frei sein und Frauen unabhängig – aber wovon? Viele Paare sind Singles in Beziehung, um doch noch irgendwie ihr eigenes Ding zu machen.

Niemand will gefangen sein, weder körperlich, noch gesellschaftlich. Wir wollen körperlich unversehrt und geistig frei sein – ohne Einschränkungen. Wir verehren Gandhi und Martin Luther King, weil sie dazu beigetragen haben, die Lebensqualität von Menschen zu verbessern. Diese Freiheitskämpfer befreiten Menschen – aber geht es darum in Partnerschaft? Die meisten Frauen und Männer kämpfen keinen Freiheitskampf für die Menschheit – sie haben einfach nur Schiss in der Hose. Sie wollen sich eine Hintertür offenhalten, falls es unangenehm wird, anstatt heraus zu finden, womit sie das Unangenehme verursacht haben.

Wir wollen frei davon sein, uns einzulassen und festzulegen. Frei davon, verletzt oder verlassen zu werden und davon, die Bedingungen des anderen zu erfüllen. Trotzdem idealisieren wir den Zustand von Zweisamkeit und befürchten gleichzeitig die Aufgabe unserer Selbstbestimmung und Selbständigkeit. Dabei sind wir schon lange nicht mehr selbstbestimmt, sondern nur noch freiheitsdominiert. Wir sind nicht beziehungsunfähig, sondern beziehungsunwillig. Wir haben immer den „falschen“ Partner, der jedoch der richtige ist, da wir mit ihm weiterhin unser Ding machen und frei bzw. unabhängig bleiben können.

Freiheit ist manchmal ein Gefängnis

Wer glückliche Partnerschaft leben will, muss die Freiheit bzw. Unabhängigkeit aufgeben. Freiheit und erfüllte Partnerschaft schließen einander aus. Für eine glückliche Partnerschaft gilt es, sich gegenseitig die Bedingungen zu erfüllen. Aber wer frei sein will, erfüllt nicht gern Bedingungen und will auch keine stellen. Wer keine Bedingungen stellt, dem werden auch keine erfüllt. Einige bekommen bei dem Wort Bedingungen schon Schnappatmung. Dabei sind Bedingungen nur Voraussetzungen für ein Ergebnis. In diesem Fall für das erfüllte und glückliche Zusammenleben. Mit unseren Bedingungen sagen wir dem anderen, wie wir behandelt werden wollen und was wir uns wünschen. Bedingungen sind keine Daumenschrauben oder Bedürfnisse – sie sind verhandelbar.

Wir reden uns die Beziehungsunwilligkeit schön mit: „Ich muss doch auch noch was alleine tun dürfen!“, „Ich bin ja nicht sein / ihr Eigentum.“ oder: „Wenn man immer zusammen ist, wird es langweilig.“. Das rechtfertigt die Hintertür, dient aber nicht der gemeinsamen Erfüllung.

Für gemeinsame Erfüllung braucht man Risikobereitschaft, Eindeutigkeit und Sich-Festlegen, egal, welche Bedenken man hat, was alles passieren könnte. Ja, es stimmt, weder Frau noch Mann brauchen heute noch einen Partner, um zu überleben. Dadurch erst sind wir wirklich frei zu wählen. Gemeinsame Erfüllung oder Unabhängigkeit? Auf einem Boot gemeinsam ins Abenteuer erfüllte Partnerschaft segeln, oder mit separaten Booten nebeneinander herumdümpeln, bis die nächste kleine Welle uns trennt?

Wenn Dich niemand kriegen darf, dann kriegt Dich auch sonst nichts und niemand. Wann gehst Du das Risiko ein und legst Dich eindeutig fest? Das Seminar „Glücklich SEIN“ oder der Online-Video Kurs können Dich dabei unterstützten.

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