Stress lass nach!

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Viele Menschen haben Stress, den sie sich selbst machen.

Arbeiten unter Stress und Druck ist nicht selten. Kennst Du diese Tage, an denen Du dermaßen viel um die Ohren hast, dass Du es kaum noch erträgst? Wenn das Wartezimmer voll ist, das Telefon dauernd klingelt, die Kundenschlange immer länger wird oder die Deadline in Höchstgeschwindigkeit auf Dich zurast? Wenn Deine To-Do-Liste Rekordlänge erreicht und jeder etwas von Dir will? Du von einem Termin zum nächsten hechtest, der Arbeitsberg auf Deinem Schreibtisch ins Unermessliche wächst und der Patient, Kunde oder Chef mit Konsequenzen droht?

Bei einigen Menschen kommt das selten vor, bei vielen ist das jedoch der tägliche Arbeitsablauf. Sie denken, so zu arbeiten ist normal: Immer unter Zeitdruck, immer im Stress. Ist das wirklich normal? Was wäre, wenn das nicht normal wäre, sondern Du etwas damit zu tun hättest?

Wie entsteht Stress? Woher kommt das?

Der Begriff „Stress“ ist nur ein anderer Ausdruck für „Angst“ – nämlich die Angst, etwas nicht zu schaffen. In einigen Berufsfeldern kommt es nicht so gut an, wenn man sagt, dass man Angst davor hat, etwas nicht zu schaffen. Deshalb nennt man das dann „Stress“. Außerdem bringen einige Menschen mit dem Satz „Ich bin total im Stress!“ zum Ausdruck, dass sie viel zu tun und darum gar keine Zeit haben. Nicht alle Menschen lehnen es ab, im Stress zu sein. Einige fühlen sich dadurch gebraucht und wichtig. Solltest Du gerne unter Stress und Druck arbeiten, dann ist das völlig okay, mach einfach weiter so. Wenn Du es jedoch leid bist, so zu arbeiten, dann solltest Du daran etwas verändern.

Vielleicht denkst Du jetzt, dass Du gar keinen Einfluss darauf hast, denn der Druck kommt ja schließlich von außen. Ist das so? Kommt der Druck wirklich von außen? Nein! Es drückt ja niemand auf Dich drauf oder auf oder an Dir herum. Deine Gefühle (Angst und somit auch Stress) entstehen durch Deine Bewertungen. Sobald Du eine Situation als bedrohlich bewertest, empfindest Du Angst bzw. Stress. Dann kannst Du Dich fragen, ob die Situation wirklich bedrohlich ist. Ist Dein Leben in Gefahr? In den meisten Fällen wahrscheinlich nicht. Aber Dein Gedankensystem – genannt Verstand – tut so, als wäre Dein Überleben gefährdet und schon hast Du Angst bzw. empfindest Stress und Druck. Dein Herz schlägt schneller und Dein Blutdruck steigt.

Schauen wir uns das reine „WAS IST“ (die Tatsachen) an, wird deutlich, dass es in unserem Arbeitsumfeld häufig gar keine Lebensgefahr gibt. Es gibt Aufgaben, die innerhalb einer begrenzten Zeitvorgabe zu erledigen sind. Das ist alles. Stehen viele Aufgaben in diesem zeitlichen Rahmen an, gilt es, die Abläufe zu beschleunigen oder die Aufgaben anders zu verteilen. Das ist vielleicht ein Anlass zur Ablaufoptimierung aber kein Grund für Gefühle in Form von Stress oder Angst.

Was tun, wenn der Stress zu viel wird?

Wir können unser Verhalten erst nachhaltig verändern, wenn wir wissen, wozu wir uns momentan so verhalten, wie wir uns verhalten. Also ist die Frage: Wozu machst Du Dir Stress und Druck? Das kann unterschiedliche Gründe haben:

Ein Grund kann sein, dass Du befürchtest, dass wenn Du entspannter arbeiten würdest, die anderen dächten, Du hättest zu wenig zu tun und wärest nicht ausgelastet. Vielleicht bekommst Du dann noch mehr Arbeit von Deinem Chef „aufgedrückt“ und das willst Du nicht. Oder Du denkst, dass Stress eine Voraussetzung für Erfolg ist. Also ohne Stress keinen Erfolg, dann soll Dich der Stress vor der Erfolglosigkeit bewahren.

Ein anderer Grund kann sein, dass Du denkst, Arbeit muss anstrengend sein. Nach dem Motto: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ Diese Einstellung schließt ein „sowohl als auch“ aus und verunmöglicht Dir, Spaß und Freude bei der Arbeit zu empfinden.

Ein weiterer Grund kann sein, dass Du Dich aus Angst vor Ablehnung nicht traust, „nein“ zu sagen. Das führt zu immer mehr Arbeit auf dem Tisch. Stress ist dann die einzige Möglichkeit, sich „gefahrlos“ abzugrenzen. Die anderen sollen sehen, wie gestresst Du bist, damit sie Dich in Ruhe lassen.

Vielleicht bist Du aber auch im Mangel-Denken gefangen. Viele Selbständige und Unternehmer stehen auf dem Mangel-Standpunk. Sie haben Existenzängste und sind voller Misstrauen. Das geben sie an ihre Mitarbeiter weiter und auch die haben immer Angst, es nicht zu schaffen. Der Mangel lässt sie dann jeden Kunden, Patienten und Auftrag annehmen, egal zu welchen Bedingungen.

Stress und Erfolg haben nichts miteinander zu tun

Es ist ein Irrtum zu glauben, dass eine Kausalität zwischen Stress und Erfolg besteht. Die beiden haben nichts miteinander zu tun. Ganz im Gegenteil: Je mehr Stress, Druck und Angst Du hast, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für schlechte Ergebnisse. Unter Stress schüttet Dein Körper Stresshormone (Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin) aus. Biologisch betrachtet hat das den Sinn, einen reflexartigen Angriffs- oder Fluchtmodus zu aktivieren, um Dein Überleben zu sichern und Dich aus der Gefahrenzone zu bringen. Nur bringst Du Dich nicht aus der Situation heraus, sondern machst einfach jeden Tag so weiter. Die Folge sind Herzkreislaufprobleme (hoher Blutdruck, Herzrasen, Schlafstörungen), eine hohe Anfälligkeit für Infektionserkrankungen aufgrund eines geschwächten Immunsystems und eine nachlassende Denkleistung.

Die Situation, in der Du Dich befindest, kannst Du vielleicht nicht ändern, aber Deine Bewertungen darüber sehr wohl. Wenn Du wissen willst, wie Du Deine Ängste und Befürchtungen aufgeben kannst, nutze den Online-Videokurs „Glücklich Sein“.