Wieso sehen sich eigentlich viele Autofahrer in der Opferrolle?

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Viele Autofahrer sehen sich in der Opferrolle. Warum ist das so?

Kennst Du das: Du steigst ins Auto und kaum bist Du losgefahren, fährt vor Dir einer mit 40 km/h, obwohl hier 50 km/h erlaubt sind? Du stellst fest, dass mal wieder nur Idioten oder Sonntagsfahrer unterwegs sind. Du erkennst sie schon am Kennzeichen – die Idioten, die, die nicht fahren können. Und natürlich bringst Du Deinen Unmut über ihren schlechten Fahrstil zum Ausdruck. Du wirst laut und entwertend, drückst auf die Hupe oder betätigst die Lichthupe und fängst an, wild zu gestikulieren. Vielleicht fährst Du auch extra noch ein bisschen dichter auf, um den anderen anzuschieben. Du lässt Deinem Ärger freien Lauf, denn im Auto hast Du keine Hemmungen. Du siehst Dich in der Opferrolle und alle anderen als Schuldige – außer Dir kann keiner Auto fahren, nur Du kannst es; Du bist der einzig vernünftige Fahrer auf dieser Welt!

Was wäre, wenn Du nicht das Opfer wärest? Was wäre, wenn alles etwas mit Dir zu tun hätte, wenn Du der Urheber dieser Ereignisse wärest?

Was hat das mit Dir zu tun, wieso erlebst Du das?

Gedanken erschaffen Realität – auch beim Autofahren.

Wenn Du denkst, andere können nicht Auto fahren, bekommst Du recht. Das ist das Gesetz der Anziehung. Oder Du brauchst ein Ventil, weil Du dich bei der Arbeit so geärgert hast, es aber nicht rauslassen konntest. Jetzt kommt Dir das Autofahren gerade gelegen. Hier kannst Du schimpfen, meckern und herumschreien – es hört Dich ja niemand.

Wenn Du davon überzeugt bist, dass Frauen nicht einparken können, wird direkt vor Dir eine Frau beim Einparken scheitern. Durch ihre Aktion kommt der Verkehrsfluss zum Erliegen und wieder bekommst Du recht.

Es kann auch sein, dass Du auf dem Standpunkt lebst von: „Ich kriege nicht, was ich will.“ Wenn Du auf diesem Standpunkt lebst, darfst Du gar nicht schnell ans Ziel kommen. Mit dieser Überzeugung bekommst Du was Du willst, wenn Du eben nicht bekommst, was Du willst.

Vielleicht denkst Du auch, dass Du nur bekommst, was Du willst, wenn Du Gefühle einsetzt. Das wäre dann emotionale Erpressung. Immer nach dem Motto „Wenn ich mich nur genug ärgere, dann wird die Ampel grün oder der Stau löst sich auf.“

Wozu regst Du dich beim Autofahren auf?

Ärger entsteht, wenn Du denkst, etwas sollte nicht so sein, wie es ist, sondern anders. Mit diesem Vorwurf machst Du dich selbst wütend. Wenn etwas ist, dann ist es und dann ist es mühselig darüber nachzudenken, dass es so nicht sein sollte. ES IST ja schon. Wenn jemand vor Dir langsam fährt, dann fährt er langsam. Vielleicht handelt es sich um einen ortsfremden Autofahrer, um einen älteren Menschen oder um einen Fahranfänger. Wieso denkst Du sofort, das sei gegen Dich? Das kann auch für Dich sein, vielleicht ist Dir dadurch ein Unfall erspart geblieben.

Es ist spannend miteinander herauszufinden, was bei einem wirkt, dass man im Auto so reagiert. Und Du hast die Wahl, wie Du im Auto sein willst. Wenn Du Dich beim Autofahren gerne aufregst, dann mach einfach weiter so – ist ja Deine Energie.

Wenn Du allerdings denkst, dass Du damit den vor Dir fahrenden Autofahrer umerziehst oder er jetzt schneller fährt, passiert leider meistens genau das Gegenteil. Die Ampel wird nicht schneller grün, wenn Du dich aufregst. Und dann stehst Du vor einer roten Ampel und bist auch noch schlecht gelaunt – das ist doch doppelt ungünstig.

Denke immer daran: Es ist Deine Entscheidung, ob Du Dich in der Opferrolle sehen und wie Du Dich fühlen willst. Der andere hat damit nichts zu tun. Wenn Du genauer wissen willst, was das mit dem Urheberstandpunkt auf sich hat, dann starte jetzt mit dem Online-Video Kurs „Glücklich Sein“.