Nachdenken über das Glücklichsein muss man nicht

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Nachdenken blockiert das Glücklichsein.

Fragst Du Dich, wie das mit dem Glücklichsein eigentlich geht?
Oder ob es möglich ist, über einen längeren Zeitraum glücklich zu sein? Vielleicht denkst Du auch, dass es nicht geht, dauerhaft glücklich zu sein und es nur kurze Glücks-Phasen im Leben gibt, wenn man beispielsweise frisch verliebt ist? Was wäre, wenn erst dieses Nachdenken unglücklich macht?

Joseph Joubert schrieb 1851: „Man ist meistens nur durch Nachdenken unglücklich.“

Ein neueres Zitat formuliert das gleiche etwas anders: „Kurz mal nicht nachgedacht – zack – glücklich“. Und Buddha sagt: „Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.“  

Ich benutze häufig öffentliche Verkehrsmittel und mir ist aufgefallen, das nur Kinder wirklich in dem Bus SIND. Alle anderen sind zwar körperlich anwesend aber nicht DA.
Sie sind in ihrem Handy, oder gedanklich schon am Zielort oder noch zuhause. Einige lesen, andere sind in Gedanken versunken. Einige haben die Augen geschlossen, andere haben Kopfhörer auf oder beides. Die einzigen, die mit mir Blickkontakt aufnehmen und in Interaktion gehen sind Kinder. Sie sind ganz und gar da, wo sie gerade sind. Sie schauen sich ganz bewusst ihre Umgebung und die anderen Menschen an – sie sind nicht in Gedanken woanders.

Glücklichsein ist abhängig von Deinen Gedanken

Die Zitate besagen, dass Dein Glücklich- oder Unglücklichsein ganz eng mit Deinem Denken verbunden ist. Ob Du glücklich bist liegt somit nicht an äußeren Umständen, sondern in Deinem Denken.
Deine Gedanken haben Konsequenzen in Deinem Leben. In den ersten beiden Zitaten wird besonders das Nachdenken betont. Wieso?
Was am Nach-denken verhindert das Glücklichsein und was bedeutet Nach-denken eigentlich?

Wir denken nach, wenn wir uns lange, tief und gründlich mit etwas gedanklich beschäftigen. Das kann ein Ereignis oder ein Ergebnis in der Zukunft oder aus der Vergangenheit sein.
Wir denken über Probleme nach und häufig machen wir uns Sorgen.
Man nennt das auch grübeln, nachsinnen, über etwas brüten oder sich das Hirn zermartern. Nach-denken ist etwas anderes als durch-denken oder etwas be-denken. Wir verschwinden in unserem Gehirn, sind nur noch aufs Nachdenken fokussiert und überhaupt nicht mehr im Hier und Jetzt.

„Du kannst nicht beides gleichzeitig sein, unglücklich und völlig präsent im Jetzt.“ – Eckhart Tolle

Aber, wie kommt man aus dem Nachdenken ins „Jetzt“?

Bevor wir die Frage untersuchen, ist es wichtig herauszufinden, wozu wir grübelnd nachdenken, uns Sorgen machen und gedanklich so oft woanders sind.
Worüber denkst Du nach? Worüber machst Du Dir Sorgen?
Welche Ereignisse oder Ergebnisse nimmst Du als Anlass zum Grübeln?
Auch im grübelnden Nachdenken und sich-Sorgen-machen liegt eine positive Absicht, sonst würden wir das nicht tun. Die meisten Menschen denken „Wenn ich mir nur genug Sorgen (Gedanken) mache, dann passiert nichts Schlimmes.“
Dann denke ich, dass mich die Angst, die sich in der Sorge ausdrückt, vor dem nicht gewünschten Ergebnis beschützt. Ist das so? Schützt Angst uns vor „negativen“ Erfahrungen, Ereignissen oder Ergebnissen? Nein.
Denn es ist ja nicht so, dass wenn ich mir nur genug Sorgen mache, ich mein Abitur schaffe, ich den Auftrag bekomme, oder mein Kind sicher nach Hause kommt.
Erst wenn Dir klar wird, dass sich zu sorgen Dich nicht beschützt, kannst Du damit aufhören.

Wenn Du ein Problem hast, dann hilft Dir über das Problem nachzudenken nicht. Du brauchst eine Frage, die Dich Richtung Lösung bringt.
Frage Menschen, die das Problem schon gemeistert haben oder von denen Du denkst, dass sie wissen, wie es geht.
Wenn Du niemanden hast, den Du fragen kannst, gilt es, tätig zu werden und Dinge im Hier und Jetzt auszuprobieren. Vom reinen Nachdenken ändert sich nichts.

Nun zurück zur Frage: Wie kommst Du ins JETZT?

Das ist einfach und vielleicht nicht ganz leicht. Als erstes gilt es, Dir zu erlauben, da zu sein, wo Du gerade bist. Das bedeutet, Du nimmst alles um Dich herum bewusst wahr.
Erlaube Dir, Menschen anzuschauen und vielleicht sogar anzulächeln. Lass mal Dein Handy in der Tasche und schirme Dich nicht durch Kopfhörer ab. Erlaube Dir, mit anderen zu kommunizieren.
Wenn Du allein in der Natur unterwegs bist, erlebe die Natur mit all’ Deinen Sinnen.
Nimm die Dinge bewusst wahr und erlaube Dir, da zu sein, wo Du gerade bist. Dann wirst Du das Glücklichsein erfahren – unser natürlicher Zustand ist, glücklich zu sein, und das Lächeln stellt sich von ganz alleine ein.

Es geht nicht darum, ab sofort für immer im Hier und Jetzt zu sein – das wird Dir nicht gelingen, denn manchmal ist es sehr sinnvoll, sich gedanklich mit etwas anderem zu beschäftigen.
Welche Momente würdest Du gerne ganz bewusst erleben?
Nimm Dir bewusst Zeit zum Denken, Ausdenken, Bedenken, Philosophieren oder Nachdenken. Du bestimmst, womit Du dich beschäftigst und Du kannst wählen, im Jetzt zu sein.
Wenn Du aufhörst nachzudenken, stellt sich Glücklichsein als natürlicher Zustand von allein ein.

Wenn Du mit Deiner Vergangenheit im Frieden bist, kannst Du sie gedanklich loslassen und wenn Du nicht mehr in Mangel, Angst und Misstrauen lebst, hast Du auch keine Angst mehr vor der Zukunft. Wie Du mit Deiner Vergangenheit im Frieden bist und in Liebe, Fülle und Vertrauen lebst, erfährst Du in unserem Online-Video-Kurs „Glücklich-SEIN“.