Mir geht’s schlecht, Du bist schuld.

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Es gibt so viel emotionale Erpressung auf dieser Welt.

Es gibt so viel emotionale Erpressung auf dieser Welt. Wir setzen Gefühle ein, um die Welt um uns herum zu manipulieren, in der Hoffnung, so zu bekommen, was wir wollen. Immer nach dem Motto: „Mir geht’s schlecht, Du bist schuld. Ändere was, dann geht es mir besser!“

Menschen machen das, weil sie es von klein auf an beigebracht bekommen. Die anderen Menschen reagieren auf mich. Ich bekomme Aufmerksamkeit und Hilfe, wenn es mir schlecht geht. So lernen wir: Wenn wir Gefühle einsetzen, bekommen wir, was wir wollen. Unsere Eltern bestärken uns in dieser Annahme, wenn sie behaupten, wir hätten sie traurig, stolz oder wütend gemacht. Du lernst von anderen die emotionale Erpressung, weil sie behaupten, dass Dein Verhalten sie glücklich, böse, traurig oder sonst irgendwas macht.

Deshalb glauben so viele wirklich, dass sie Einfluss auf die Gefühle anderer hätten. Sie glauben, sie könnten jemanden glücklich, unglücklich, verliebt, traurig, ärgerlich oder sogar böse machen. Aber das kann niemand.

Gefühle sind selbstgemacht

Nichts und niemand kann Dir Gefühle machen. Gefühle entstehen durch Bewertung. Sie entstehen nicht durch Ereignisse oder andere Menschen und sie sind auch nicht „die Wahrheit“. Gefühle sind Ausdruck Deiner Bewertungen und damit selbstgemacht. Würde ein Ereignis Dir Gefühle machen, hätten alle das selbe Gefühl – das ist aber nicht so.

Wenn z. B. beim Fußball ein Tor fällt, freuen sich einige, einige ärgern sich und wieder andere fühlen gar nichts. Das hängt davon ab, wie sie das Ereignis bewerten. Man fühlt sich so, wie man es bewertet. Bewerten wir es nicht – fühlen wir auch nichts. Eigentlich weiß das jeder, aber es ist viel lukrativer, andere für meine Gefühle verantwortlich zu machen, denn dann bin ich fein raus.

Einsatz der Gefühle als emotionale Erpressung

Emotionale Erpressung hört erst auf, wenn man selber darauf nicht mehr reagiert, wenn Du das, was „gefühlig“ von Dir verlangt wird, ignorierst oder Dich gegen die emotionale Forderung abgrenzt. Du läufst dann allerdings Gefahr, als herzlos abgestempelt und abgelehnt zu werden. Da wir diese Konsequenz nicht wollen – schon mal gar nicht bei Menschen, die wir lieben – lassen wir uns weiter emotional erpressen und füttern den Anspruch des anderen. Du musst ihm geben, was er verlangt, weil Du glaubst, an den Gefühlen des anderen schuld zu sein und willst, dass er sich möglichst schnell wieder besser fühlt.

Jeder ist für seine Gefühle selbst verantwortlich – niemand sonst. Also hör auf, andere für Deine Gefühle verantwortlich zu machen und sie emotional zu erpressen! Der Stau auf der Autobahn löst sich nicht schneller auf, nur weil Du sauer oder ärgerlich darüber bist.

Emotionale Erpressung wird unwirksam, wenn Du in dem Bewusstsein lebst, dass jeder für seine Gefühle verantwortlich ist.

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